Top-10-Fragen

Die TOP TEN: 10 Fragen rund um die Altdeutschen Hütehunde

ein Beitrag von Susanne Zander,
Schriftführerin des Bundesverbandes und 1. Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen



Liebe Besucher,
seit 11 Jahren engagiere ich mich nun für die Altdeutschen Hütehunde und die AAH.
Die Zusammenarbeit mit den Aktiven in der Arbeitsgemeinschaft zeichnet sich für mich dadurch aus, dass auch recht unterschiedliche Meinungen vertreten und toleriert werden können, solange dadurch das gemeinsame Ziel, die Zucht und Erhaltung der Altdeutschen Hütehunde, nicht behindert wird. Nur durch diese Offenheit und Flexibilität war es der AAH möglich, so viele Schäfer mit ihren Hunden dauerhaft für die Arbeit der AAH zu gewinnen.

Diese Liste der „TOP TEN”  ist eine Sammlung von Fragen, die regelmäßig seit Jahren an mich in meiner Funktion als Schriftführerin der AAH heran getragen werden. Die Antworten, die hier zu lesen sind, sind vielleicht nicht in jeder Einzelheit die Antworten „DER AAH”, aber Stimmen aus den Vorständen der Landesgruppen, die von mir zusammengetragen und zu – hoffentlich hilfreichen – Antworten zusammengefasst wurden.

Viel Spaß beim Lesen wünscht S. Zander!


1. Warum spricht man bei den Altdeutschen von Schlägen und nicht von Rasse?13.04.2007

Warum spricht man bei den Altdeutschen von Schlägen und nicht von einer Rasse? Und was sagt mir die Bezeichnung Harzer Fuchs, Westerwälder Kuhhund oder Siegerländer Hütehund?

Die Bezeichnung Altdeutscher Hütehund ist ein Oberbegriff, unter dem die Schläge „Mitteldeutsche Füchse, Schwarze und Gelbbacken” (früher Ostdeutsche), „Tiger”, „Süddeutsche Schwarze”, „Strobel” und „Schafpudel” zusammengefasst werden.

Die einzelnen Schläge der Altdeutschen kommen damit der Bezeichnung Rasse am nächsten, wie man sie im Allgemeinen versteht. Nun ist der Begriff „Rasse” eng verknüpft mit den durch die VDH und FCI anerkannten Hunderassen, keiner der Schläge der Altdeutschen hat eine Anerkennung durch einen dieser Dachverbände. Um keine Verwirrung aufkommen zu lassen, bleibt die AAH bei der Bezeichnung „Schlag”.

Harzer, Westerwälder und Siegerländer sind Kuhhunde, die während des Zeitalters der Hudewirtschaft entstanden sind. Sie wurden dazu verwendet, die Kühe von den Höfen eines Dorfes zur gemeinsamen Weide abzuholen, zu beaufsichtigen und zu verteidigen und abends wieder sicher in den Stall zu geleiten.

Vom Äußeren unterschied sich z.B. der Harzer Fuchs im Vergleich zum Ostdeutschen Fuchs durch den etwas kürzeren kräftigen Körperbau, ein runderen Kopf mit kleineren dreieckigen Ohren. Er trug eine buschige, in Erregung auch über den Rücken gerollte Rute und sein dunkel rot-braunes Fell war häufig schwarz durchzogen.
Am Körperbau der Harzer Füchse ist vereinzelt noch heute deutlich die Abstammung von den alten Hütespitzen zu erkennen, während die mitteldeutschen (ostdeutschen) Schläge hochbeiniger und schlanker sind und in verschiedenen Farben (Fuchs, Gelbbacke, Schwarze) gezogen werden.
Um den Erhalt der Westerwälder hatte sich zu Lebzeiten insbesondere Kurt Stahl aus Hessen bemüht, seine Arbeit wird nun von Christian Eisentraut fortgesetzt. Eine ausführliche Beschreibung der Westerwälder und aktuelles Bildmaterial ist zu finden unter www.kuhhunde-hirtenwesen.de.